Mondkalender
Der Mond, wie auch die Sonne und die anderen Planeten, ist nicht so sehr in seiner physischen Präsenz als Körper bedeutend, sondern wirkt vor allem aufgrund seiner sphärischen Bewegung. Der Zyklus des Mondes bewegt sich hin und her zwischen Erde und Sonne. Seine Kraft steigt an, wenn er sich der Erde zuwendet und nimmt ab, wenn er der Sonne entgegen geht. Bei Vollmond ist der volle Bezug zur Erde hergestellt. Der Mond steht dann im gleichen Tierkreiszeichen wie die Erde. Bei Neumond steht der Mond im gleichen Tierkreiszeichen wie die Sonne und ist weniger stark mit der Erde verbunden. Da auch Sonne und Erde sich zyklisch bewegen, ergibt sich beim Höchststand der Sonne im Sommer und bei gleichzeitigem Tiefststand der Erdbahn eine verstärkte Neumondwirkung. Wenn dagegen die Erde im Winter ihren Höchststand erreicht, befindet sich dagegen die Sonne an ihrem unteren Zykluspunkt der Wintersonnwende. Der Vollmond wirkt in dieser Zeit besonders intensiv. Die Wirkung des Mondes ist jedoch kein physikalisches Phänomen, das sich unmittelbar ausprägt, sie begleitet lediglich die natürlichen Lebensprozesse und wirkt auf diese unterstützend oder verzögernd ein. Während die Sonne die innere Wandlung in den Naturprozessen bewirkt und die Erde deren äußere Bedingungen bestimmt, verändert der Mond die gegebenen Bedingungen nicht, sondern kann diese nur verstärken oder schwächen. So gesehen könnte hypothetisch auch auf die Präsenz der Mondbewegung verzichtet werden. Die Konsequenz wäre ein abrupter Wechsel der Lebensverhältnisse im Gegenspiel zwischen Sonne und Erde. Die Gegensätze zwischen Nacht und Tag, zwischen Kälte und Hitze, Trockenheit und Nässe, Härte und Weichheit würden sich dann übergangslos vollziehen. Der Mond vermittelt, überbrückt und bewirkt, dass die Gegensätze allmählich ineinander übergehen. Damit hat er keine zusätzliche Eigenwirkung, ist aber ein wesentlicher Faktor für den harmonischen Vollzug und Zusammenklang des Lebens auf der Erde. Der Mond ist mit der Erde verwandt durch seine Tendenz zur Materialisierung, zur Verhärtung. Er wirkt konservierend, bewahrend auf die Lebensgrundlagen der Erde. Dies betrifft vor allem seine abnehmende Phase. Mit der Sonne ist der Mond verbunden als Reflektor, als Spiegel des Sonnenlichts. Dadurch regt er die Lebensprozesse, vor allem das Wachstum, besonders in der zunehmend Phase an. So wirkt der Mond dämpfend und anregend zugleich. Wir können seinem Gang, seiner Dynamik folgen und je nach dem Stand seiner Bewegung unser Tun verstärkend oder besänftigend einwirken lassen auf die Entwicklungen, mit denen wir verknüpft sind. Dies hat nicht nur eine günstige Wirkung auf unser Handeln, sondern erhöht auch unser Bewusstsein für die Zusammenhänge der Lebensprozesse und fördert die Integration unserer Existenz in diese. Umgekehrt erlaubt die Freiheit unseres Handelns auch ein zufälliges oder geradezu gegenläufiges Verhalten. Dieses kann ebenfalls zu seinem Ziel führen, erfordert jedoch einen höheren Zeit- bzw. Energieaufwand, auch wenn uns dies dabei nicht bewusst wird. Der dynamische Mondkalender mit den Tierkreisentsprechungen der einzelnen Mondphasen wird in der biodynamischen Landwirtschaft angewandt, kann aber mit gleichem Recht auch in der Biografie beachtet werden, wobei er dabei eine bewusste Entwicklung der persönlichen Lebensführung unterstützt. |